Mutterschaft

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Im alltäglichen Sprachgebrauch bezeichnet Mutterschaft für gewöhnlich ein spezifisches, exklusives Verhältnis, das eine Frau ihrem (in der Regel leiblichen) Kind gegenüber einnimmt. Aus wissenschaftlicher Perspektive gibt es unterschiedliche, teils konkurrierende Verständnisse von Mutterschaft, die zudem auf unterschiedliche analytische Dimensionen zielen. So wird Mutterschaft etwa als familiale Beziehung mit eigener Spezifität verstanden (u. a. Oevermann, 2001; Winnicott, 1973) oder als geschlechterdifferenzierendes Deutungsmuster (u. a. Schütze, 1991; Speck, 2014), das sich auf eine bestimmte, an Schwangerschaft und Geburt anschließende Lebensphase bezieht und das kulturell weitverbreitete Filiationsprinzip aufruft. Demzufolge hat eine Frau für das Kind, das sie geboren hat, Fürsorge zu tragen (Tyrell, 1981, S. 420) – ein Prinzip, das gegenwärtig durch Entwicklungen im Bereich der Reproduktionstechnologie herausgefordert wird, insofern sogenannte ‚Leihmutterschaft‘ in einigen Ländern die Option bereithält, von dieser Verantwortung vertraglich zurückzutreten und Schwangerschaft als Dienstleistung anzubieten. Mit dem Filiationsprinzip gehen spezifische Erwartungen an Emotionen und Verhaltensweisen einher, die kulturell unterschiedlich ausgeprägt sind, etwa (Mutter-)Liebe, Fürsorglichkeit, „Alltagsnähe“ (Halatcheva-Trapp, 2017) und „körperliche Verfügbarkeit“ (Tolasch, 2016, S. 218). Mutterschaft und Vaterschaft, die beide die Beziehung eines Elternteils zu einem Kind bezeichnen, sind keine symmetrischen Konzepte; vielmehr beinhalten sie Männer und Frauen unterschiedlich adressierende, kulturell variante Vorstellungen, Imperative und Erfahrungen (zu Vaterschaft vgl. u. a. Possinger, 2018). Mutterschaft kann ferner als soziale Institution verstanden werden (vgl. Rich, 1979), die sowohl Schutz als auch Sanktionen unterliegt und als sozialer Platzanweiser fungiert. So sind beispielsweise alleinerziehende Mütter einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt (vgl. Asmus, & Pabst, 2017). Mutterschaft ist seit den Anfängen der Geschlechterforschung einer ihrer wichtigen Gegenstände; zum einen, da die Art und Weise, wie sie gesellschaftlich institutionalisiert wird, für das Geschlechterverhältnis hoch bedeutsam ist (u. a. Becker-Schmidt, Knapp & Schmidt, 1984; Notz, 1991), zum anderen, da Mutterschaft einen Fluchtpunkt in der Konstruktion von Zweigeschlechtlichkeit darstellt: Sie gilt als ‚Natur der Frau‘ und zentrale Dimension von Weiblichkeit (u. a. Beauvoir, 1951; Herwartz-Emden, 1995). Zur Debatte um Konstruktionen, gesellschaftliche Funktionen und zum Wandel von Vorstellungen, Praktiken, Bedingungen und Erfahrungen von Mutterschaft leisteten sowohl Soziolog*innen, (Sozial-)Psycholog*innen und Psychoanalytiker*innen als auch (Medizin-)Historiker*innen, Rechtswissenschaftler*innen und Ethnolog*innen wichtige Beiträge. Innerhalb der Geschlechterforschung ist ihnen gemeinsam, dass sie Mutterschaft als soziales Phänomen begreifen und nicht als naturhaft determiniert. [1]

Die Sozialanthropologin Margaret Mead (1901–1978) beschrieb im Rahmen ihrer Forschungen in den 1950er Jahren unterschiedliche kulturelle Praktiken im Umgang mit Kindern und wies die Vorstellung, dass kulturübergreifend die leibliche Mutter individuell für ‚ihr‘ Kind sorge, zurück (Mead, 1954, 1962). Die Annahme einer biologischen und anthropologischen Konstante von Mutterschaft haben auch zahlreiche sozialhistorische Arbeiten widerlegt. Die Idee eines „emotional intimisierten Mutter-Kind-Verhältnisses als Ausdruck einzigartiger [...] Beziehung“ (Biermann, 2002, S. 132) ist ein relativ junges Deutungsmuster und wesentlicher Bestandteil des Prozesses der „Polarisierung der Geschlechtscharaktere“ im Zuge der „Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben“ (Hausen, 1976) in europäischen bürgerlichen Gesellschaften. Es ist zudem Ausdruck der Individualisierung der Kindheit (Ariès, 2000). Eine breite Rezeption erfuhr Elisabeth Badinters Studie (1988) über die sukzessive Herausbildung des Gefühls der Mutterliebe seit dem 18. Jahrhundert und seine Konsolidierung im 19. Jahrhundert. Die Idee aufopferungsvoller Mutterschaft wurde zunehmend verwissenschaftlicht, wobei der Diskurs um ‚gute Mutterschaft’ im frühen 19. Jahrhundert durch Experten aus den sich herausbildenden Wissenschaften der Kinderheilkunde und Pädagogik bestimmt wurde (vgl. Schütze, 1991). Der Praktik des mütterlichen Stillens – eine bis dahin in allen sozialen Lagen vielfach an Ammen delegierte Aufgabe – wurde eine große Relevanz beigemessen (vgl. u. a. Gestrich, 2003; Seichter, 2014; Herrmann, 2018). Yvonne Schütze (1991) zeichnet nach, dass Mutterliebe zunächst ein klassenspezifisches, nämlich bürgerliches Muster war, das seine normative Kraft erst im 20. Jahrhundert erlangte. Der Einfluss von Teilen der Ersten Frauenbewegung war für seine Verbreitung im deutschsprachigen Raum bedeutsam: Die zentralen Forderungen nach Bildung und Erwerbsarbeit verfolgte der bürgerliche Flügel der Frauenbewegung mittels der Idee einer ‚geistigen Mütterlichkeit‘ und hob die erzieherischen und pflegenden Potenziale der Frau sowie ihre emotionalen Fähigkeiten hervor. Mütterlichkeit sollte die Basis für einen neuen Typus von Frauenberufen, insbesondere für alleinstehende und kinderlose Frauen, bilden (vgl. Sachße, 1986). Der Erfolg dieser Forderungen ist als Ausgangspunkt der modernen Sozialberufe zu verstehen und Ausdruck einer „Professionalisierung“ von Mutterschaft (Honegger & Heintz, 1984, S. 63). Die Vorstellung ‚guter Mutterschaft‘ wurde im 19. und 20. Jahrhundert auch zu einer Ressource in nationalen und kolonialen Diskursen, insofern Frauen in den kolonisierten Gebieten zu ‚guten Müttern’ domestiziert werden sollten und aufseiten der Kolonisierenden vor allem Frauen diese ‚erzieherische’ Aufgabe zugesprochen wurde (Davin, 1997; Dietrich, 2007; Walgenbach, 2005; Yuval-Davis, 1997). Barbara Vinken (2007) unterstreicht die Spezifität des im deutschsprachigen Raum entstandenen Mythos der Mütterlichkeit, der von den Nationalsozialisten zu einer Verpflichtung gegenüber der Volksgemeinschaft stilisiert wurde. In Westdeutschland wirkte eine rigide Vorstellung von Mütterlichkeit bis in die 1970er Jahre fort; inwiefern ein spezifisch deutsches Mütterlichkeitsideal bis heute alltagsweltlich verankert sei, ist allerdings umstritten (vgl. Thiessen & Villa, 2008). Ein differenzierteres Bild des deutschsprachigen Raums ist auch mit Blick auf die ehemalige DDR geboten, deren staatspolitisches Ziel es war, sich durch die institutionalisierte Verbindung von Mutterschaft und Erwerbstätigkeit ideologisch von der in der BRD propagierten ‚Hausfrauenehe‘ abzugrenzen (Gysi & Meyer, 1993). Seit den 1970er und 1980er Jahren änderten sich auch in Westdeutschland die rigiden Vorstellungen von Mutterschaft; einerseits aufgrund des normativen Wandels infolge des Einflusses feministischer und anderer sozialer Bewegungen, andererseits durch die Reorganisation der Erwerbswelt und die zunehmende Erwerbsbeteiligung von Frauen aus nunmehr allen sozialen Lagen. Durch die Etablierung oraler Kontrazeptiva (‚die Pille‘) wurde das Konzept von Mutterschaft als einer zwingenden, schicksalhaften biografischen Erfahrung revidiert. Eine in das neue Leitbild inkludierte – wenn auch eingeschränkte – Berufstätigkeit (Feldmann-Neubert, 1991) führte allerdings nicht dazu, dass die Anforderungen an gute Mutterschaft geringer geworden wären (vgl. u. a. Hays, 1998; Speck, 2014). In der Forschung wird zudem auf die Unterschiede in den Bedingungen und Erfahrungen von Mutterschaft verwiesen, etwa in Bezug auf Klassenverhältnisse, rassistische Diskriminierung oder auf lesbische Mütter (u. a. Davis, 1982; Lorde, 1991). [2]

Mutterschaft ist insbesondere seit dem 18. Jahrhundert Gegenstand staatlicher Politiken und Regulierungen (vgl. u. a. Badinter, 1988). Als Teil biopolitischer Maßnahmen (Folkers & Rödel, 2015) beziehen diese sich sowohl auf die Förderung, den Schutz oder auch die Verhinderung von Mutterschaft – etwa im Kontext der bis 2016 geltenden Ein-Kind-Politik in China oder der Sterilisierungsprogramme in sogenannten Entwicklungsländern. Staatliche Mutterschaftspolitiken fungieren gleichzeitig als Ausgangspunkte und als Adressaten feministischer und anderer Kritiken an Ungleichheits- und benachteiligenden Strukturen sowie an heteronormativen, rassistischen, klassistischen und ableistischen Mustern innerhalb der regulierenden Politiken. In feministischen Debatten der Frauenbewegungen wurden in verschiedenen Kontexten stets unterschiedliche, sich teils diametral gegenüberstehende Positionen eingenommen (vgl. Nave-Herz, 1994). Wie in der Ersten betrachteten einige Akteur*innen auch in der Zweiten Frauenbewegung Mutterschaft als Aufgabe und Potenz der Frau. Sie fokussierten die Wertschätzung von Müttern, von mütterlichen Praktiken und von Frauen ohne Kinder – als symbolische Mütter –, prominent etwa im italienischen Feminismus (vgl. Muraro, 2006). Die feministischen Auseinandersetzungen der 1980er Jahren richteten sich insbesondere auf die Verhandlung von Schwangerschaft und Geburt im medizinischen System, so etwa in der Geburtshausbewegung, auf die Regulierung von Abtreibung und Verhütung sowie auf die gesellschaftliche Organisation von Kinderbetreuung, auch in den sozialen Bewegungen selbst, u. a. im Rahmen der sogenannten Kinderladenbewegung (vgl. Lenz, 2010). In den 1990er Jahren und mit dem Einfluss konstruktivistischer Positionen auf feministische Kontexte rückte erneut die Kritik am gesellschaftlichen Mutterideal in den Vordergrund und damit auch die Ablehnung der „Anrufung zur Mutterschaft“ (Correll, 2010). Im deutschsprachigen Kontext verschärfte sich zudem die bis in die Gegenwart unter dem Postulat des familien- und wirtschaftspolitisch avisierten Zwei-Verdiener*innen-Modells aufgeworfene Frage nach der ‚Vereinbarkeit‘ von Familie und Beruf. Sie evozierte auf feministischer Seite u. a. Kritik an der Elterngeld-Regulierung, da diese, aufgrund der Abhängigkeit des Elterngeldes vom Erfolg der Eltern auf dem Arbeitsmarkt, Elternschaft vor allem in der oberen Mittelschicht fördere (u. a. Ganz, 2009; Veil, 2010). Feministi*innen, die in der marxistischen Tradition stehen, kritisieren im Zusammenhang mit der Vereinbarkeitsdiskussion die gesellschaftliche Institutionalisierung von Mutterschaft im Kontext der kapitalistischen Erwerbswelt, die Abwertung von Reproduktionstätigkeiten, die fortbestehende Zuweisung von Sorgearbeit an Frauen bei gleichzeitig zunehmend prekären Arbeitsbedingungen sowie die Isolierung der (heterosexuellen) Kleinfamilie (u. a. Winker, 2015). [3]

In sozialwissenschaftlicher Perspektive wurde Mutterschaft über lange Zeit unter dem Rollenparadigma verhandelt, und zwar, etwa bei Talcott Parsons (1902–1979) (Parsons & Bales, 1955), als wesentlicher Bestandteil der weiblichen Geschlechtsrolle und ihrer Funktionen. In den 1970er und 1980er Jahren hatten sozialpsychologische Arbeiten einen wesentlichen Einfluss auf die Theoriebildung, u. a. die These Nancy Chodorows (1985), nach der das in der geschlechterdifferenzierenden Arbeitsteilung wurzelnde ‚Muttern‘ (mothering) der Frauen eine unterschiedliche psychische Sozialisation von Jungen und Mädchen zur Folge habe. Ebenfalls Prominenz erlangten in den 1970er und 1980er Jahren marxistisch inspirierte Ansätze, die Mutterschaft als gesellschaftlich notwendige, aber entwertete Arbeit deuteten und die Funktion von Haus- und Liebesarbeit im Kapitalismus analysierten (u. a. Bock & Duden, 1977). In dieser Perspektive wurde die geschlechterdifferenzierende Arbeitsteilung als Ausgangspunkt der herrschaftlich verfassten Geschlechterordnung gefasst; im Kontext der gegenwärtigen Debatte um Care-Arbeit erfahren marxistisch-feministische Analysen wieder eine breitere Rezeption (u. a. Prokla, 2014; Scheele & Wöhl, 2018). Die französische Theoriebildung kennzeichnete eine intensive Auseinandersetzung mit der Repräsentation der Mutter in der patriarchalen symbolischen Ordnung (vgl. Irigaray, 1979; Kristeva, 1999; Cixoux, 1977); mit der Ausbreitung poststrukturalistischer Theorien wurde Mutterschaft vermehrt als Teil einer diskursiven Geschlechterordnung verstanden. Am symbolischen Interaktionismus orientierte sowie praxistheoretische Ansätze untersuchen Mutterschaft als Ergebnis einer interaktiven Herstellung respektive eines ‚Tuns‘. [4]

Das gegenwärtige wissenschaftliche Interesse an Mutterschaft drückt sich in zahlreichen empirischen Untersuchungen aus, die seit den 2000er Jahren veröffentlicht wurden (vgl. Tolasch & Seehaus, 2017). Viele der jüngeren Studien aus dem deutschsprachigen Raum nehmen ihren Ausgangspunkt in der Persistenz der geschlechterdifferenzierenden Arbeitsteilung (u. a. Müller & Zillien, 2016; Peukert, 2015; Seehaus, 2014). Die zahlreichen Publikationen umfassen Arbeiten zu normativen Vorstellungen ‚guter Mutterschaft’ (Tolasch, 2016), zu regionalen und kulturellen Unterschieden in Vorstellungen und Praktiken der Mutterschaft (etwa in West- und Ostdeutschland, u. a. Baerwolf, 2014), milieuspezifischen Verhandlungen (u. a. Dreßler, 2017), intersektionalen und queeren Perspektiven auf Mutterschaft (u. a. Dolderer, Holme, Jerzak, & Tietge, 2016; Schadler, 2013), kinderlosen Frauen (Correll, 2010), transnationaler (u. a. Parreñas, 2001; Lutz, 2007) und ‚bereuter‘ Mutterschaft (Donath, 2016), soziologische und historische Arbeiten zu Schwangerschaft (Hirschauer, Heimerl, Hoffmann & Hofmann, 2014; Kortendiek, Lange & Ullrich , 2017; Malich, 2017; Villa & Thiessen, 2009; Sänger, Dörr, Scheunemann & Treusch, 2013) und Geburt (u. a. Villa, Moebius & Thiessen, 2011). Forschungsprojekte beschäftigen sich außerdem mit Mutterschaft im Kontext neuer Reproduktionstechnologien, mit Leih- oder Vertragsmutterschaft (vgl. u. a. Walker & van Zyl, 2017) sowie mit der geschlechterdifferenten Regulierung von Elternschaft im Recht (vgl. das Projekt „Macht und Ohnmacht der Mutterschaft“ [MOM] an den Universitäten Hildesheim und Göttingen). [5]

  • Literatur:

     

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  • Zitationsvorschlag:

     

    Speck, Sarah (2019). Mutterschaft. In Gender Glossar / Gender Glossary (5 Absätze). Verfügbar unter http://gender-glossar.de

  • Persistente URN:

     

    urn:nbn:de:bsz:15-qucosa2-337604 (Langzeitarchiv-PDF auf Qucosa-Server)


foto Sarah speck smallSarah Speck studierte von 2000 bis 2006 Angewandte Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg. Sie promovierte 2012 an der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin im Rahmen des DFG-Graduiertenkollegs „Geschlecht als Wissenskategorie“ mit einer Arbeit über verberuflichte Mutterschaft am Beispiel der SOS-Kinderdörfer. Von 2012 bis 2015 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität (TU) Darmstadt im DFG-Forschungsprojekt „Wenn der Mann kein Ernährer mehr ist. Zum Wandel von Geschlechterbeziehungen in Familie und Paarbeziehung im Milieuvergleich“ tätig und vertrat im Anschluss daran den Lehrstuhl „Mikrosoziologie mit dem Schwerpunkt Geschlechterverhältnisse“ an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Seit 2015 ist Sarah Speck wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Geschlechterforschung, der Paar- und Familiensoziologie, des Wandels der Erwerbswelt, in der Milieuforschung und der Soziologie der Intimität.

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